Rezension zu Der letzte Lilienreiter von Peter Hohmann

© Cover: Peter Hohmann, Foto: Viktoria M. Keller

»Der letzte Lilienreiter« entpuppte sich als etwas andere Geschichte als erwartet, doch strotzte sie vor Spannung und guten Szenen. Details zu meiner Meinung schildere ich dir im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: Der letzte Lilienreiter
Autor: Peter Hohmann
Verlag: HoPe Productions
Erscheinungsdatum: 16. Juli 2022
Seitenanzahl: 413 Seiten
ISBN: 978-3949821141

Inhaltsangabe laut Amazon:
„Viele Dinge im Leben sind schmerzhaft. Nichts aber ist so beißend, so untilgbar wie der Schmerz, der dich begleitet, wenn du Unrecht hast geschehen lassen …“
Alte Schuld und der Wunsch nach Rache treiben Padeus, den letzten Lilienreiter, zum Bergmassiv Olothirs Hörner. Ihn zieht es in die finsteren Schächte, wo seine Waffenbrüder und er einst das Böse besiegen wollten, jedoch als kriegslüsterne Schlächter zurückkehrten. Auch die Verstoßene Alvena sowie der Einsiedler Meklas hören den Ruf der dunklen Kammern tief unter der Erde und begegnen Padeus – allerdings nicht zum ersten Mal in ihrem Leben. Die Vergangenheit der drei ist eng verwoben mit der Zukunft des Königreichs Enodar. Und diese Zukunft sieht düster aus. Zum einen sitzt nun ein skrupelloser Thronräuber an der Macht; zum anderen schmiedet ein hinterlistiger Meistermagier ganz eigene Pläne. Und dann lauert da auch noch eine Gefahr jenseits der Weltentore …

(Quelle: amazon.de, Datum: 31. August 2022)
Rezensionsexemplar

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen, da es so lebendig wirkt. Zu sehen ist der letzte Lilienreiter auf einem Schlachtfeld. Das Ganze passt zu Szenen aus der Geschichte. Die Motive wurden ineinandergreifend kombiniert und mit gut gewählten Farben verschmolzen.

Meine Meinung zum Inhalt:

Die Geschichte um den letzten Lilienreiter begann mittendrin. Ich landete im Geschehen und fand mich fast augenblicklich zurecht. Wie immer hat der Autor eine lockere, bildhafte und gleichzeitig flüssige Erzählweise. Es fiel mir leicht, mich in die Welt hinein zu denken. Des Weiteren mag ich seine Wortwahl wie z.B. lukullisch, alldieweil, allgemach, falbenfarbenen und andere. Dieser Stil machte die Erzählung stimmig und einzigartig.

Alvena war jene Protagonistin, auf die ich als Erste stieß. Sie war eine junge, sehr verunsicherte Persönlichkeit, die unter großen Selbstzweifeln und Schuldgefühlen litt. Padeus wirkte hingegen ganz anders. Er war eisern, kalt und selbstbeherrscht. Wenn er jedoch „entfesselt“ wurde, kam der Tod mit ihm. Zu diesem ungleichen Duo gehörte Meklas. Der Mann war in sich gekehrt und ruhig, gleichzeitig sah ich etwas ihn ihm, dass sich erst später klären würde. Keiner der Drei konnte ahnen, dass sich ihre Wege kreuzen werden. Die Art und Weise überraschte mich sehr und die düstere Aura des Bergmassivs Olothirs Hörner konnte ich spüren. Der Ort war auch mir unheimlich, besonders nachdem ich erfuhr, was hier vor sich ging.

Schnell nahm das Geschehen sein Lauf und es kam zu mehreren Wendungen. Kurze Abschnitte einer offenbar eingesperrten Figur weckten meine Neugier. Parallel dazu fragte ich mich, ob Alvena nicht zu blind vertraute. War es wirklich gut, an jenen Ort zu gehen, um es zu öffnen? Das überlegte ich ständig. Gleichzeitig sah ich eine Entwicklung in ihrem Wesen. Sie wurde stärker, lernte dazu und akzeptierte ihre Fähigkeiten. Meklas mochte ich sehr und auch Padeus wollte ich trotz seiner düsteren Seite nicht missen. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto besser fand ich sie. Die Kampfszenen wurden vom Autor bildlich beschrieben, sodass ich sie nachvollziehen konnte. Es war gut, dass die Geschichte stets aus der Sicht verschiedener Personen mit mehreren Handlungssträngen erzählt wurde. So bekam ich einen guten Rundumblick und verstand nach und nach, was hier vor sich ging. Larkus war jener Antagonist, der sich mit jedem weiteren Kapitel noch unsympathischer machte, als er ohnehin schon war. Machtgier ist eine gefährliche Eigenschaft.

Mit den Adana kam es zu einer Wendung, die ich wirklich nicht erwartet hätte. An so etwas hatte ich nicht gedacht. Zusätzlich ging der Thronräuber Hengar mit grausamer Härte gegen alle vor, die seine neue Herrschaft anzweifelten. Natürlich wurden Alvena, Padeus und Meklas auch damit konfrontiert und landeten in einem Konflikt, in den sie eigentlich nicht geraten wollten. Oder doch? Jedenfalls ging es mit Spannung und intensiven Szenen weiter. Das letzte Drittel las ich fast in einem Rutsch. Ich fürchte um Alvena und konnte etwas anderes nicht glauben. Am liebsten hätte ich Larkus metaphorisch gesprochen den Hals umgedreht. Die letzten Kapitel waren aufregend, blutig und heftig. Alle mussten das letzte bisschen Kraft aus sich herausholen. Das Ende hat mich mit dem Epilog mehr als nur überrascht. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich das gut fand. Der Epilog war statt aus der Erzählerperspektive aus der ICH-Perspektive geschrieben. Die Geschichte wurde abgeschlossen und doch war sie offen. Trotzdem legte ich das Buch mit einem Lächeln auf den Lippen zur Seite.

Mein Fazit:

Die Geschichte um den letzten Lilienreiter begeisterte mich mit dem Setting, dem Verlauf und den verschiedenen Protagonisten. Die Charaktere durchliefen während dem Geschehen eine glaubwürdige Entwicklung. Zudem gab es mehrere gute Wendungen, wobei eine ganz Bestimmte am meisten auslöste und mich damit überraschte. Vor allem in der zweiten Hälfte empfand ich das Spannungslevel als enorm und fieberte stärker mit. Ich selbst misstraute einer Person, war vorsichtig gegenüber einer Zweiten und erkannte bei einer Dritten, das sie nicht so kalt war, wie sie glauben machen wollte. Mehrere Elemente erhöhten das Spannungslevel und ließen mich bangen. Das Aufbieten der letzten Kräfte war richtig gut erzählt, genauso war es auch bei den Kampfszenen, die häufiger vorkamen. Das Ende der Geschichte war eigen, doch gefiel es mir.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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