Die Promille Akten | Kneipenblogtour | Blutdurst von Dennis Frey

Erstellt mit Canva

Heute darf ich dir eine coole Kurzgeschichte zeigen, die in der Anthologie »The ‰-Files / Die Promille-Akten« erschienen ist. Wie es der Zufall so will, ist der Erscheinungstag heute. 🙂

In einer Anthologie werden ausgewählte Geschichten veröffentlicht, die meistens zu einem Thema passen. Der Talawah Verlag hat in den letzten Jahren einige davon publiziert. Ich habe z.B. »The D-Files / Die Drachen Akten« gelesen und rezensiert. Um was dreht es sich in »The ‰-Files«? Herausgeben wurden das Buch von Nele Sickel und Markus Heitkamp. Hier ist der Klappentext:

© Cover: Talawah Verlag, Foto: Viktoria M. Keller

Er gurgelt und schmeichelt, sprudelt und prickelt. Er beißt, brennt, zischt und knallt: Alkohol. Mal Freund, mal Feind, immer aufregender Begleiter. Womit aber wehrt man sich gegen volltrunkene Orks? Wie viel Champagner vertragen Wunschfeen? Und kann der richtige Fusel einem einfachen Menschen vielleicht sogar ungeahnte Kräfte verleihen? In 11 Geschichten enthüllen die Promille-Akten feuchtfröhliche Wahrheiten über die beschwipste Seite der phantastischen Welt. Hier werdet ihr erblinden – äh, quatsch, alles finden: Zunder und Wunder. Wermut und Schwermut. Schein, Sein und … ach ja: Wein.
11 im Vollrausch geschriebene Geschichten von Olivia Meyer, Thomas H. Demian, Laurence Horn, Hanna Nolden, Dennis Frey, Claudia Rapp, Tina Skupin, Mark G. Rummel, Anna Holub, Jörg Fuchs Alameda und Nele Sickel. Der Verlag spendet außerdem alle Gewinne aus dem Verkauf dieser Anthologie für einen guten Zweck.

(Quelle: https://www.talawah-verlag.de/onlineshop/b%C3%BCcher/promille-akten/#cc-m-product-10425862368)
© Dennis Frey

Bevor ich mich der Geschichte widme, möchte ich dir den Mann dahinter vorstellen. Denn keine Geschichte kann ohne eine Person geschrieben werden. »Blutdurst« wurde von Autor Dennis Frey verfasst. Damit du mehr über ihn erfährst, hat er mir einen kurzen Text geschickt:

Dennis Frey hat seine Erfahrungen mit Alkohol, Spanischen Polizisten und wilden Tieren gemacht und war deshalb bestens darauf vorbereitet „Blutdurst“ zu schreiben. Erfahrung mit Vampiren brauchte er nicht, lasst euch nicht vom Titel an der Nase herumführen. Und falls ihr euch doch herumführen lasst, dann besser nicht in eine einsame Gasse, denn in Dennis‘ Geschichten geht das selten gut aus.

Nun zur Geschichte. Dennis‘ Geschichte dreht sich um eine Polizistin, die mit ihrem Partner Pérez zu einem Tatort gerufen wird. Ein Tatort, der ziemlich heftig aussieht und niemand sich erklären kann, was hier passiert ist. Febe, so ihr Name, versucht herauszufinden, was passiert ist. Mit dem Verlauf hätte sie wohl niemals gerechnet. Schon gar nicht, dass Alkohol ein wesentlicher Grund für „die Tat“ war. Und überhaupt, scheinen hier keine normalen Mächte am Werk zu sein. Jetzt habe ich noch eine kleine Überraschung für dich! Dennis Frey schrieb extra für diese Aktion ein kurzes Sneak Peak. Wenn ich die Geschichte nicht schon kennen würde, wäre ich spätestens jetzt total neugierig.

„Febe, was –“
„Mach einfach deine Arbeit“, unterbrach ihn die Polizistin. Er versuchte es noch einmal.
„Aber diese Wunden…“
„Ich dachte ihr Ärzte hättet eine Schweigepflicht?“
Rosario zog seinen Arztkittel gerade. Eine Bewegung dir ganz automatisch kam, wenn er sich nicht ernstgenommen fühlte.
„Ich bin dein Arzt, ich bin dein Cousin und ich dachte wir wären Freunde. Was ist los?“
Febe winkte schwach ab, wobei ihm noch einmal der weiße Verband ins Auge fiel, den er dort über einem besonders tiefen Schnitt angebracht hatte. Ja, Polizisten wurden manchmal im Dienst verletzt, aber das hier war etwas ganz anderes. Bei einem gebrochenen Finger, oder auch einem Messerstich hätte er nicht so nachgebohrt – hätte er auch gar nicht gemusst, weil seine Cousine vor Wut gequalmt und ihm die Geschichte regelrecht aufgedrückt hätte. Er seufzte und machte sich daran die Hüftwunde zu reinigen.
Er kannte Febe wortwörtlich seit ihrer Geburt und sie war schon immer ein Dickschädel gewesen. Und sein einziges Druckmittel – sie nicht zu behandeln – wollte er nicht einsetzen.
„Es war ein Tier. Eine Tierattacke“, sagte sie unvermittelt, ohne ihn anzusehen. Rosario hatte den ganzen Tag schon Gerüchte über Tote gehört, die angeblich von einem Tier angefallen worden waren, doch er hatte sie nicht ernst genommen. Jeder hatte ein anderes Tier in Verdacht, die Opferzahlen bewegten sich je nach Erzähler zwischen einem und zwanzig und er wusste, dass es keine derart gefährlichen, einheimischen Tiere gab. Jemand musste es eingeführt haben.
„Habt ihr es erwischt?“
Febe schwieg eine Weile, atmete nur zischend ein, wenn er einen weiteren Schnitt in ihrer Haut desinfizierte.
„Ich denke schon“, sagte sie schließlich, mehr zu sich selbst als zu ihm. „Zumindest fürs Erste. Falls so etwas nochmal passiert bin ich vorsichtiger. Besser vorbereitet.“
„Und was für ein Tier war es?“
Den tiefen Klauenspuren nach musste es etwas Großes gewesen sein. Groß und stark.
Febe seufzte. „Na gut, Rosario. Aber nur weil mir sonst der Schädel explodiert. Ich erzähle dir den abgefahrenen Mist der mir heute passiert ist und du versprichst mir, dass du nicht lachst und es niemandem erzählst. Kapiert?“
Der Arzt nickte.
„Wenn du es doch tust erzähle ich allen was du in der 5. Klasse gemacht hast.“
„Du brauchst mir nicht drohen! Also, was ist passiert?“
Febe sammelte sich noch einen Moment, als müsste sie die Erinnerungen sortieren, bevor sie beginnen konnte.
„Der Tag fing schon so beschissen an, wie es nur ging…“

© Dennis Frey

Mein Dank geht an Dennis Frey. Vielen Dank, dass du die Texte geschrieben hast!


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