Rezension zu Berlin 1922 – Crime Mysteries: Lösen Sie spannende Mordfälle im Berlin der zwanziger Jahre von Michaela Küpper

© Cover: Ullmann Verlag, Foto: Viktoria M. Keller

Der Flair der 1920er Jahre war in den Geschichten wahrlich zu spüren, welche mich mit ihrer geschickten Konstruierung und dem Scharm zum schnellen Lesen animierten. Weiteres erfährst du unten im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: Berlin 1922
Autorin: Michaela Küpper
Verlag: Ullmann Medien
Erscheinungsdatum: 26. April 2021
Seitenanzahl: 223 Seiten
ISBN: ‎978-3741525759

Inhaltsangabe laut Amazon:
Berlin 1922 – eine Stadt zwischen Vergnügen und Verbrechen. Der knorrige Kommissar Gunther Hartmann und seine aufstrebende Assistentin Rosalie Menzel sind beauftragt, eine Reihe geheimnisvoller Kriminalfälle aufzuklären. Folgen Sie Hartmann und Menzel in die mondäne Welt des Stummfilms, in elegante Stadtvillen und ins verrufene Scheunenviertel. Tauchen Sie ein in 11 spannende, reich illustrierte Geschichten mit viel Zeitkolorit und werden Sie selbst zum Ermittler: Finden Sie Antworten auf eine Reihe tatrelevanter Fragen und kommen Sie dem Täter auf die Schliche! Unabdingbar sind eine gute Kombinationsgabe, logisches Denken und akribische Detektivarbeit.

(Quelle: amazon.de, Datum: 26. Oktober 2021)

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover war der Grund, warum ich auf das Buch aufmerksam wurde. Ich sah es auf meiner Timeline und hielt sofort inne. Es zeigt eine Dame ich im Stil der 1920er Jahre, welche wohl gerade einen Drink genießt. Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor in Berlin zu sehen. Die Pistole rechts unten ist eine Andeutung auf die Kriminalfälle im Inneren des Buches.

Meine Meinung zum Inhalt:

Die 1920er Jahre faszinieren mich seit einigen Jahren. Ich verkleidete mich sogar einmal zu Fasching als Charleston-Mädchen. Deshalb war für mich klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Glücklicherweise bekam ich die Möglichkeit dazu und war hellauf begeistert. Michaela Küpper schrieb die Geschichten wahrlich im Stil jener Jahre. Sprachlich und grammatikalisch achtete sie darauf den Zeitgeist von damals einzufangen. Es stimmten sowohl das Ambiente, der Scharm, die Atmosphäre und die Umgangsformen überein. Selbst die Tatsache, dass Frauen einen schwierigen Stand hatten und oft nicht erst genommen wurden, nahm sie mit hinein.

Alle elf Geschichten befassten sich mit unterschiedlichen Fällen. Kommissar Gunter Hartmann und Polizeiassistentin Rosalie Menzel mussten einige fordernde und geschickt begangene Morde und andere Delikte aufklären. Die Täter glaubten sie wären schlauer, doch hatten sie keine Chance gegen die Beiden. Die Verbrechensschauplätze waren stets anders und die Fälle stimmig konstruiert. Während dem Lesen konnte ich aktiv miträtseln, da mir Fragen wie „Was findet der Kommissar an dem Toten merkwürdig?“ gestellt wurden. Das kam meistens bis zu drei Mal vor. Oft konnte ich die Fragen lösen, lag aber auch genauso oft daneben. Spaß machte es mir auf jeden Fall, da so die Spannung anstieg. Ich wollte immer wissen, ob ich richtig mit meinen Schlussfolgerungen lag.

Die Motive waren unterschiedlicher Art: Mal waren es Eifersucht oder Rache, mal Habgier oder Armut oder anderes. Ich bekam eine breite Palette an Fällen präsentiert, die von den Ermittlern gelöst wurden. Mal war es Frau Menzel, die die entscheidenden Hinweise miteinander verband, dann war es Kommissar Hartmann. Zwischendurch traf Rosalie auf Widerstand, weil sie eben eine Frau war. Dabei wurde sie unterschätzt und konnte brillieren. Sogar der Hauptkommissar überwand seinen inneren Widerwillen und sprach Lob aus. Die Atmosphäre der 1920er zeigte sich auch in dem Verhalten von Polizisten aus Pietätsgründen Tatorte zu verändern. Auch andere Elemente zeigen das Denken der Menschen von damals. Mir gefiel es gut, dass die Geschichten in diesem authentischen Ambiente erzählt wurden. So fühlte ich mich während dem Lesen ein wenig zurückversetzt, auch wenn der Einblick kurz war.

Da hier elf Fälle behandelt wurden, waren sie nicht allzu lange, dennoch konnte ich mitfiebern. Dementsprechend wurden sie schnell aufgeklärt und doch kam Spannung auf. Des Weiteren mochte ich, dass es nicht nur um Morde ging, sondern auch weitere Delikte behandelt wurden, die sich oft anders entwickelten, als man dachte. Manches Motiv und mancher Täter oder Täterin waren mir schon bei der Tat-Rekonstruierung klar. Doch gelegentlich dachte ich in die falsche Richtung. Alles in allem sind es richtig gute Geschichte, die mit vielen Bildern untermalt wurden.

Die Zeichnungen, Skizzen und Fotos zeigten mir Tatorte, Verdächtige, Zeugen und Täter. Zudem wurden Gegenstände oder andere Elemente verbildlicht. Für mich war es ein Highlight sie während dem Lesen zu betrachten. Tatsächlich gaben sie dem Ganzen ein wenig mehr die Tiefe, da diese dem Text aufgrund des Kurzgeschichtenformates etwas fehlte.

Mein Fazit:

Die Kriminalfälle wurden von Michael Küpper im Stil der 1920er Jahre authentisch und überzeugt beschrieben. Ich fühlte mich für die Dauer des Lesens in der Zeit zurückversetzt und konnte es genießen. Durch die an den Leser und die Leserin gestellten Fragen konnte ich aktiv miträtseln, was den Lesespaß erhöhte. Es freute mich zudem, dass die Autorin sprachlich und atmosphärisch auf das Denken der damaligen Zeit achtete. Sie erschuf damit Kriminalfälle, die vielleicht sogar so passiert sind. Die Morde waren von unterschiedlichen Motiven wie Habgier, Rache oder anderess. Doch auch weitere Delikte fernab der Morde mussten aufgeklärt werden. Durch die Bilder vereinte sich die Geschichte zu einem fulminanten Buch, das den Atem der 1920er einfing. Es war mir eine Freude die Zeichnungen, Skizzen und Fotos während dem Lesen zu betrachten.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar über die Prointernet Bookmark Agentur vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

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