Rezension zu Necrosteam – Eine Cthulhupunk-Anthologie hrsg. von Detlef Klewer

© p.machinery, Detlef Klewer, Foto: Viktoria M. Keller

Mit dem Cthulhupunk-Genre tauchte ich in eine für mich neue „Welt“ mit Geschichten ein, die sehr spannend und herrlich düster waren. Meine Meinung zu jeder einzelnen erfährst du unten im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: Necrosteam – Eine Cthulhupunk-Anthologie
Herausgeber: Detlef Klewer
Verlag: p.machinery
Erscheinungsdatum: 23. Dezember 2020
Seitenanzahl: 319 Seiten
ISBN: 978-3957652256

Inhaltsangabe laut Amazon:
Die Welt des 19. Jahrhunderts schickt sich an, dank ihrer dampfbetriebenen Luftschiffe und Æthertechnologie, ein neues, glücklicheres Zeitalter einzuleiten. Doch in dieser Ära des Aufbruchs durch Dieselantriebe und des elektrischen Fortschritts geraten Menschen in einen Strudel aus Brutalität, Gewalt und Zerstörung. Dunkle Bruderschaften bilden sich, uralte Siegel werden geöffnet, die alten Götter und mächtige Wesen aus anderen Dimensionen bedrohen die Menschheit. Sie wollen diese Welt zerschlagen, die Erde bersten lassen, das Leben verbrennen. Ein neues Zeitalter des Schrecken soll beginnen und die alten Götter aus H. P. Lovecrafts Universum treffen auf mutige Abenteurer des Steampunk, die sich ihnen in den Weg stellen …

(Quelle: amazon.de, Datum: 25. April 2021)

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover vermittelt einen sehr düsteren Eindruck, passend zum Genre der Kurzgeschichten. Natürlich sind Elemente aus ihnen darauf zu finden, wodurch es noch besser wirkt.

Meine Meinung zum Inhalt:

Da es sich hier um eine Anthologie mit 16 Kurzgeschichten handelt, habe ich für jede einzelne eine Kurzmeinung geschrieben. Die Schreibstile und Erzählformen sind unterschiedlich und legen auf verschiedene Elemente wert. Ich kannte das Cthulhupunk-Genre vor diesem Buch nicht, habe mich jedoch darüber informiert. Gegruselt habe ich mich nur einmal ein wenig. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass der Fokus auf Steampunk, Spannung und Düsternis liegt. Zugleich kommen natürlich klassische Elemente des Cthulhupunk vor. Die Æthertechnologie gehört zu meinen favorisierten Elementen des Steampunks.

Necrosteam von David Grade
Die erste Geschichte las sich nach wenigen Sätzen Orientierungszeit locker und schnell. Ich fand ohne Probleme ins Geschehen und erlebte das Grauen, welches den Protagonisten befiel. Somit war es ein guter Start in die Anthologie.

Der Krieg der Universitäten von Sophia Rosenberger
Die zweite Geschichte verlief anders als ich erwartet hatte. Ihr wohnte dennoch ein starkes Maß an Spannung inne, das mich schnell weiterlesen ließ. Der Verlauf ist gut und intensiv erzählt.

Das Dorf der Anderen von Ivan Ertlov
Die dritte Geschichte war von Anfang an spannungsgeladen. Der Stil von Ivan Ertlov überzeugte mich sofort. Der Verlauf ist stimmig und authentisch. Gegen Ende kam eine leichte Gruselstimmung auf, welche mir gut gefiel. Leider ist sie offen und überlässt den Ausgang der Fantasie. Ich würde so gerne weiterlesen.

Der schwarze Obelisk von Roxane Bicker
Die vierte Geschichte war so unglaublich spannend, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte. Schade, dass dies nur eine Kurzgeschichte ist. Der Stil war fesselnd, die Idee hat mich gebannt und der Verlauf war aufregend. Das ägyptische Setting gehört definitiv zu meinen Lieblingen. Ich glaube, ich muss mich auf eine Recherche nach der Autorin begeben.

Lo-Pan von M. W. Ludwig
Die fünfte Geschichte packte mich von Anfang an. Die Erzählung schritt schnell und gekonnt voran, sodass meine Neugier immer größer wurde. Die Wahrheit über den Mann wusste ich schon nach wenigen Seiten, allerdings tat dies der Spannung keinen Abbruch. Jedes Element ist stimmig mit dem Geschehen verflochten.

Vorator ex Machina von Isabell Hemmrich
Die sechste Geschichte las ich gebannt von der Dynamik. Die Idee Jack the Ripper einzubauen hat mir gefallen. Der Verlauf war anders als erwartet, doch nicht minder spannend. Vielmehr hat er mich begeistert und eine gute Intensität entwickelt.

Die Hysterie der Witwe Bradstreet von Holger Göttmann
Die siebte Geschichte ist von einer Eigentümlichkeit, die mich vollkommen gefesselt weiterlesen ließ. Was geschah hier? Verwirrung? Ja! Neugier? Absolut! Aufhören zu lesen? Niemals! Ich war gebannt von dem was die Mistress erlebte. Die Idee des Autors ist des Wahnsinns und genial zugleich.

Boreale Gesänge von Marco Ansing
Die achte Geschichte beinhaltet eine Welt, in die ich gerne wieder zurückkehren und mehr erleben würde. Der Schreibstil und die Erzählweise in der ICH-Form aus der Sicht von Krieger haben mich in voller Manier überzeugt. Die Spannung war von der ersten Seite bis zur Letzten vorhanden.

Die dunkle Mission von Georgina Hartmann
Die neunte Geschichte war sehr spannend, obwohl ich bis zum Schluss nicht verstanden habe, warum man Willy auf die Mission mitnahm. Schließlich hätte man sie auch am Schluss holen können. Auch kann ich nicht nachvollziehen, wie am Ende geschafft wurde, was man ihr antat. Ich habe durch die vorherige aufregende Erzählung mehr erwartet und bin über das Ende enttäuscht.

Flammendes Inferno von Florian Krenn
Die zehnte Geschichte ist wahrlich ein flammendes Inferno und ein sehr blutiges noch dazu. Gefesselt vom grausigen Geschehen verfolgte ich, welche Taten für ein Aufhalten vollbracht wurden. Der Stil des Autors war sehr eindrucksvoll und die Protagonistin Elina überzeugte gleichermaßen.

Der Dschinn von Ronja Gerdes
Die elfte Geschichte hat mich einfach nur verwirrt. Ich weiß ehrlich nicht, was ich davon und vom gewählten Schreibstil halten soll. Sie las sich zwar schnell, doch sehr ruckartig und der Verlauf war vorhersehbar.

Fleisch von A. L. Norgard
Die zwölfte Geschichte war ein wenig unheimlich. Ich glaube bei mir setzte zum ersten Mal ein leichtes Gefühl des Grusels ein. Die Erzählung bannte mich kurioserweise und ich wollte erfahren wie sie ausging. Der letzte kleine Absatz am Ende hat mich überrascht.

Neues Blut von Regine D. Ritter
Die dreizehnte Geschichte ist etwas anders konzipiert als erwartet, doch nicht weniger spannend. Mit großem Interesse verfolgte ich das Geschehen und fand sie sehr aufregend und gut erzählt.

Thadeus und die Kralle des Bösen von Markus Cremer
Die vierzehnte Geschichte war von Anfang an aufregend und ereignisreich. Ich mochte sowohl Idee als auch den Verlauf. Mir gefielen das gezielte Voranschreiten und der Tatendrang Thadeus. Außerdem könnte ich mir gut ein ganzes Buch in dieser Welt vorstellen.

Der Tempel von Robert Roth
Die fünfzehnte Geschichte ist äußerst detailreich und bildhaft erzählt. Ein kleiner Teil war mir etwas zu ausschweifend, doch verfolgte ich mit Staunen und Neugier den Verlauf. Zuletzt stieg die Spannung sprunghaft an und ließ mich mitfiebern. Des Weiteren ist das Ende gut gelungen.

Eiszeit von Detlef Klewer
Die sechszehnte Geschichte wartet mit einem Setting auf, dass sich ganz anders äußerte als erwartet. Es gab mehr Dialoge als in den anderen Geschichten und gleichzeitig war sie von starker Intensität. Die Grundidee hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Mein Fazit:

Mit dieser Anthologie konnte ich das für mich neue Genre Cthulhupunk kennenlernen. Ich las extrem spannende Geschichten, die mich stark mitfiebern ließen. Zum größten Teil waren sie von starker Intensität, die meine Aufmerksamkeit fesselte. Ein Gefühl des Grusels kam zwar nur einmal kurz auf, trotzdem genoss ich das Lesen in vollen Zügen. Die Geschichten lasen sich schnell und flüssig. In so mancher Welt wollte ich gerne länger verweilen oder wieder zurückkehren. Bisher war es noch nie so, dass mich derartig viele Geschichten wie in dieser Anthologie überzeugt haben. Zu meinen liebsten Geschichten gehören jene von den Autoren Ivan Ertlov, Roxane Bicker, Marco Ansing und Markus Cremer.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Das Buch stammt aus meinem eigenen Besitz und wurde von mir nach dem Lesen freiwillig rezensiert.

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