Rezension zu The D-Files: Die Drachen Akten hrsg. von Finn Thomas

© Cover: Talawah Verlag, Foto: Viktoria M. Keller

Die Drachenakten sind so verschieden, dass für jedermann und jederfrau etwas dabei ist. Von humorig bis herzergreifend, von düster bis traurig, von tiefgreifend bis erschreckend. Genaueres erfährst du spoilerfrei unten bei meinen einzelnen Bewertungen.

Fakten zum Buch:
Titel: The D-Files – Die Drachen Akten
Herausgeber: Finn Thomas
Coverdesignerin: Marie Graßhoff
Verlag: Talawah Verlag
Erscheinungsdatum: 28. September 2020
Seitenanzahl: 486 Seiten
ISBN: 978-3947550449

Inhaltsangabe laut Amazon:
Auf mächtigen Schwingen rauschen sie heran. Mit flammendem Atem, Krallen und Rauch versetzen sie Mensch und Tier in Angst und Schrecken. Sie rauben Ritter, horten Prinzessinnen und fressen Schätze. Oder war es doch andersrum? Jetzt könnt ihr es herausfinden.
In 34 Geschichten enthüllen die Drachen-Akten bahnbrechende Wahrheiten über die ältesten Wesen der Mythenwelt. Hier werdet ihr alles finden: Bestien und Biester. Abenteuer und Ungeheuer. Zauber und Zorn. Magie und Märchen.

(Quelle: amazon.de, Datum: 15. November 2020)

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover ist absolut drachig, anders kann man das gar nicht bezeichnen. Das Thema der Anthologie ist auch hier Programm und wurde von Marie Graßhoff hervorragend in Szene gesetzt.

Meine Meinung zum Inhalt:

Da in dieser Anthologie 34 vollkommen unterschiedliche Geschichten enthalten sind, habe ich mich dazu entschlossen jede einzeln zu bewerten.

„Wer will schon gerettet werden“ von Monika Grasl:
Die Geschichte ist kurz und knackig geschrieben. Sie ließ sich locker und schnell lesen. Das Konzept ist nicht unbekannt, dennoch war es amüsierend zu geschrieben.

„Wie Montag den Glauben an die Menschheit verlor“ von Vanessa Peters:
Bei dieser Geschichte musste ich mehr als einmal schmunzeln und musste bei einer Beschreibung so richtig lachen. Sie ist ungewöhnlich und ihr liegt eine Idee zu Grunde, die ich feierte. Zudem ist sie äußerst flüssig und ansprechend geschrieben. Der arme Drache! Ich hätte ihn am liebsten umarmt.

„Winterbrüder und Drachentöter“ von Jörg Fuchs Alameda:
Die Geschichte um die Winterbrüder ist zauberhaft und traurig zugleich. Es steckt viel Gefühl und Tiefe in diesen wenigen Seiten, die mir ein intensives Leseerlebnis boten. Ich konnte mitfühlen und ein wenig mitfiebern. Nach dem Beenden empfand ich nur noch ein Gefühl der Freude. Der Stil des Autors war sehr bildhaft und aussagekräftig.

„Kreative Differenzen“ von Günter Gerstbrein:
Der Titel dieser Kurzgeschichte ist auf erheiternde Weise tatsächlich „Programm“. Sie ließ sich locker und schnell lesen. Den Drachen an dieser Stelle einzusetzen, war eine lustige und amüsante Idee. Die Moral in dieser Geschichte? Leg dich nicht mit einem Creative Director an… 😉

„Gargouille“ von Jessie Weber:
Gargouille ist eine richtig coole und düstere Geschichte, die schon mit einer starken Protagonistin beginnt. Der Verlauf ist spannend und aufregend erzählt. Zugleich konnte ich eine Verbindung zu den Figuren aufbauen, weil ich die Gedankengänge aller sehr gut verfolgen konnte. Meine Lieblingsfiguren sind die Wyvern. Das Ende gibt Hoffnung, dass die junge Frau etwas aus sich macht.

„Drachentöten im Neonschein“ von Nele Sickel:
Diese Geschichte hat meine Meinung zwiegespalten. Einerseits fand ich sie gut, andererseits war mir der Anfang zu holprig und ich konnte die Emotionen nicht greifen. Ich kam erst im Mittelteil in die Geschichte hinein. Der letzte Abschnitt und das Ende waren wiederum sehr stimmig und gelungen erzählt.

„Die Sache mit dem Klimawandel“ von Lyakon:
Bei dieser Geschichte muss ich gestehen, dass mich die zwei Zeitebenen zuerst kurz irritierten. Doch je länger sie andauerte umso besser verstand ich, was vor sich ging. Das Setting aus dem Jahre 1697 gefiel mir am besten, darin steckt viel Potenzial für eine längere Geschichte. Das Geschehen im Jahre 2019 ließ mich vor allem bei den letzten Sätzen schmunzeln. Am liebsten würde ich noch mehr mit den Drachen aus dieser Geschichte lesen.

„Der Jäger von Carcosa“ von Leveret Pale:
Dieses Mal las ich eine sehr düstere Geschichte in einer düsteren Welt. Die Irreführung ist dem Autor sehr gut gelungen. Ich befand mich schnell mitten im Geschehen und konnte mich hineinfühlen. Auch hier wäre ich auf mehr in dem Setting der Geschichte neugierig.

„Der Drachenkrieger“ von Christian Lange:
Nach dem Beenden dieser Geschichte habe ich geflucht. Ich möchte mehr in dieser Welt lesen!! Unbedingt möchte ich diesen Drachen wiedersehen und mehr erleben. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Der Stil ist so bildhaft, dass ich alles genau vor mir sah. Meine Begeisterung ist selbst nach Minuten noch immer riesig. Die Grundidee mit den Implantaten ist wahnsinnig gut!

„Cloud Hunter“ von Laurence Horn:
Diese Geschichte ist im Steampunk-Setting angesiedelt, welches ich total gerne mag. Mich konnte sie zuerst nicht überzeugen, weil sie doch sehr träge begann. Erst gegen Ende wurde es einigermaßen spannend. Geschrieben ist sie flüssig und las sich schnell. Allerdings fehlten mir nähere Informationen.

„Griseo – Der Mächtige“ von Nicholle Fischer:
Mit dem Setting dieser Geschichte hatte ich absolut nicht gerechnet und fand es sehr gut. Denn das Geschehen ist außergewöhnlich, bewegend und traurig zugleich. Ich muss sagen, dass ich mit Griseo mitgefühlt habe und ihm am liebsten zur Seite gestanden hätte.

„Das Herz des schwarzen Drachen“ von Charlotte de Silva:
Das ist eine Drachengeschichte, die meinen Geschmack absolut getroffen hat. Sie ist spannend, aufregend und tiefgreifend. Sofort war eine starke Intensität zu spüren, die mich durch die Geschichte trug. Sie ist mir einer wunderbaren Leichtigkeit und einem bildhaften Stil geschrieben. Zu gerne würde ich noch mehr mit diesem Drachen und dem Konzept lesen.

„Neunzehn Prozent“ von Lea Baumgart:
Zu Beginn dieser Geschichte wusste ich nicht, was ich von Imelda halten soll. Sie wirkt arrogant, doch schnell ist klar, dass sie schau, durchtrieben und ein wenig machtsüchtig ist. Seltsamerweise wirkt sie auch sympathisch. Die Geschichte selbst ist flüssig und klar geschrieben, der Ausgang ist düster, doch musste ich irgendwie schmunzeln.

„Die Drachenprinzessin von Poyang-Hu“ von Adrian Schwarzenberger:
Diese wunderschöne Kurzgeschichte ist eigentlich ein Märchen, das verzaubert. Der Stil ist dem Setting und der Art der Geschichte angepasst. Gleichzeitig ist sie in klarer und aussagekräftiger Manier geschrieben. Am Ende musste ich lächeln, weil ich das Märchen richtig schön fand.

„Drachenjagd in Vertikow“ von Frank Friedrichs:
Die Geschichte begann lustig und heiter, weshalb sie mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Der weitere Verlauf ist schlüssig erzählt und ist gut in den Ort Vertikow integriert. Zudem ist sie flüssig geschrieben und hat ein lockeres Ende. Außerdem habe ich mich gefreut, Palu wieder zu sehen. Schade, dass sie so kurz ist 😉 .

„Ein Drache im Karton“ von Stefanie Kullick:
Diesmal habe ich eine Geschichte gefunden, die Lächeln und Schmunzeln lässt. Die Atmosphäre ist amüsierend und der Verlauf ist spannend. Ein bisschen vorhersehbar und dennoch richtig gut. Es ist wahrlich eine süße Geschichte mit positivem Ausgang für Zwischendurch.

„Das Drachenhaus“ von Grit Otto:
Nach einem etwas holprigen Start in die Geschichte fand ich mich gut im Geschehen zurecht. Das Konzept des Drachenhauses war für mich neu, trotzdem hat es mir gefallen. Das Geschehen ist ein bisschen wie in einem Märchen konzipiert und lässt sich gleichzeitig locker lesen. Naya brachte mich mehrmals zum Lächeln. Das Ende beinhaltet ein schönes Happy End.

„Wie Korinthe die Riesin besiegte“ von Yansa Brünnling:
Mit dieser Geschichte konnte ich nicht wirklich etwas anfangen. Sie ist flüssig geschrieben, doch gefielen mir das Grundgerüst und die Namensgebungen nicht. Der Drache nervte mich einfach nur. Außerdem war mir das Geschehen zu vorhersehbar. Trotz all dem ließ sie sich schnell lesen.

„Feuer im Paradies“ von Peter R. Krüger:
Diese Kurzgeschichte ist mit Abstand die wohl Schockierendste bisher. Das was dem Protagonisten geschieht ist grausam und böse zugleich. Dennoch ist sie in diesem Science-Fiction Setting äußerst spannend geschrieben. Mir gelang es in kurzer Zeit mit zu fiebern, weil ich auf einen guten Ausgang für den Protagonisten hoffte.

„Mondnacht“ von Janika Hoffmann:
Leider hatte ich bei dieser Geschichte Anlaufschwierigkeiten. Ich brauchte bis zum Erdrutsch um hineinzufinden. Ab diesem Punkt begann sie mich zu begeistern. Die Grundidee mit den chinesischen Drachen fand ich sehr schön.

„Betreff: Widerruf eines Kleindrachenkaufes“ von Dominic Hladek:
Mit dieser „E-Mail“ habe ich die Coolste überhaupt gelesen. Ich hatte so viel Spaß, wie wohl bei keiner anderen. Sowohl Erzählweise als auch Schreibstil dieser Geschichte haben mich absolut begeistert. Das Setting ist zudem auch hervorragend ausgearbeitet, obwohl ich es in Form einer E-Mail erlebte. Hoffentlich kann ich irgendwann mehr davon lesen.

„Brandverletzung“ von Dorothee Stern:
Wieder einmal benötigte ich ein paar Sätze, um mich in die Geschichte einfinden sie können. Erst wollte es nicht klappen, doch dann lief es gut. Die Geschichte ist locker geschrieben, obwohl sie mitten in einem Ereignis stattfindet. Die Stimmung ist intensiv, obwohl das Geschehen vorhersehbar ist. Dennoch wurde ich richtig gut unterhalten und würde gerne eine richtig lange Geschichte mit diesem Grundplot erleben.

„Die Legende von Murug“ von Nadine Y. Kunz:
Erneut erlebte ich ein Konzept, das mich überraschte. Das Geschehen war spannend und wandelte sich schnell zu einem dramatischen Ende. Es gab Intensität und eine gehaltvolle Idee für Verlauf. Durch den Schluss konnte ich mit hoffnungsvollen Gedanken mit dem Geschehen abschließen. Einzig der letzte Satz verwirrte mich, weil ich nun nicht mehr weiß, was ich denken soll.

„Drache und Maler“ von Stefan Lammers:
Ich muss gestehen, dass ich mit dem Aufbau dieser Geschichte absolut nichts anfangen konnte. Die Schilderung ohne richtige Beschreibung des Ortes und des Geschehens war einfach nichts für mich. Mir war die Erzählung zu einseitig. Lesen ließ sie sich locker und schnell.

„Drachenstark“ von Lexy Sky:
Diese drachenstarke Geschichte ist von gefühlvoller Art mit einer wichtigen Botschaft. Sie liest sich wie ein traumhaft schönes Märchen, doch hat sie auch einen ernsten Kern. Die Emotionen des Drachen und der jungen Frau waren so stark, dass ich sie wahrnehmen konnte. Dem Ende wohnen eine tiefe Traurigkeit und eine starke Aussagekraft inne. Der Autor hat absolut recht. Gerne würde ich mehr in diesem Stil lesen.

„Blauer Regen“ von Stephanie Lammers:
Unnachgiebig, zielgerichtet, düster, voller Verzweiflung und Schmerz – mit diesen Worten würde ich die Geschichte beschrieben. Ich brauchte ein bisschen, bis ich mich aufgrund der vielen Namen zurechtfand. Doch dann glitt ich in eine aufwühlende Science-Fiction Welt. Sein Handeln macht dem Protagonisten zu schaffen und doch kann er nicht anders. Die Gier des Menschen und auch seine Eigene sind schuld. Klar wird hier vor Augen geführt, wie grausam der Mensch sein kann. Tiefgreifend und aufwühlend. Die Geschichte hätte das Zeug zu einem richtig guten Science-Fiction Roman.

„Bitte nicht füttern“ von Alina Kronenberg:
Endlich eine Geschichte mit offenem und herzhaftem Kern, der tiefgreifend und berührend ist. Geschrieben ist sie flüssig und in humoriger Sprache. Gleichzeitig ist Tiefe und Aussagekraft vorhanden. In aller Kürze: eine sympathische Geschichte.

„Hortung muss sein“ von Marie Loth:
Eine neue Idee, die mich in freudiger Manier überzeugte, konnte ich hier finden. Zora ist ein Drache, denn man nur ins Herz schließen kann. Trotz ihres Alters wirkt ihr Wesen so unschuldig. Ihr „Therapeut“ hilft nicht nur ihr, sondern auch sich selbst. Nach dem Beenden war mir warm ums Herz, weil die Geschichte einfach zu schön ist!

„Frau Dragomil reichts“ von Agga Kastell:
Zu Beginn dieser Geschichte habe ich nicht geahnt, welch schlimmer Kern in ihr vorhanden ist. Ich bin so froh, dass Frau Dragomil eingegriffen hat und für ein wundervolles Happy End sorgte. Die Begegnungen mit ihr waren am schönsten und ich konnte durch sie am Ende erfreut lächeln. Stilistisch ist die Geschichte sehr gut geworden, da ihr Tiefe innewohnt.

„Die Magie des Neujahrsfestes“ von Verena Jung:
Die Magie in dieser Geschichte war zum Greifen nah. Sie hat mir ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert, da sie aussagekräftig und magisch geschrieben ist. Ich würde so gerne noch mehr aus diesem Setting mit diesen Protagonisten lesen.

„Das verwunschene Königreich“ von Irina Gruber:
Ich glaube, ich habe mit dieser Geschichte mein neues Lieblingsmärchen gefunden. Es ist wunderschön, magisch, drachenhaft und gefühlsvoll geschrieben. Ich konnte mitfiebern und war froh über den Verlauf. Eine Vermutung hat sich bestätigt und das glückliche Ende nochmal verschönert! Der liebevolle Stil bietet etwas fürs Herz.

„Warme Füße“ von Heike Korfhage:
Zum Glück ging diese Geschichte positiver aus, als ich befürchtet habe. Der Verlauf ist stimmig erzählt und einer der Protagonisten war mir sehr sympathisch. Ich war froh, dass dann jemand eingriff, hoffte aber gleichzeitig auf Milde für Bennet. Die Drachen haben mir so gut gefallen, dass ich gerne mehr mit ihnen lesen würde.

„Der Drachenhort“ von Jenny Lammers:
Der Verlauf dieser Geschichte hat mich überrascht. Irgendwie ist sie doch sehr seltsam und eigen, auch wenn ihr ein guter Kern enthalten ist. Das Verhalten des Drachens kam mir unlogisch vor, zugleich gefiel mir das Ende nicht. Trotzdem ist sie locker und flüssig geschrieben.

„How to kick the Dragon“ von Regina Schleheck:
Die letzte Geschichte hat mir leider nicht gefallen. Die Schreibstil ist mir zu verschachtelt und das Geschehen war sehr wirr erzählt. Zwar habe ich verstanden, um was es geht und fand die Idee gut. Allerdings konnte mich die Erzählweise einfach nicht überzeugen.

Mein Fazit:

Wie erwartet waren die Geschichten in dieser Anthologie unterschiedlich und gegensätzlich. Mir gefiel dieser Genre-Mix äußerst gut und finde, dass Herausgeber und Verlag eine wunderbare Mischung gefunden haben. Besonderes begeistert, verzaubert oder mitgerissen haben mich die Kurzgeschichten von Jörg Fuchs Alameda, Lyakon, Leveret Pale, Christian lange, Charlotte de Silva, Adrian Schwarzenberger, Dominic Hladek, Lexy Sky, Irina Gruber, Heike Korfhage, Stephenie Lammers und Verena Jung. Natürlich sind auch die anderen gut und aufregend geschrieben. Nur wenige waren nichts für mich. Von einigen der Autoren und Autorinnen möchte ich gerne mehr lesen.

Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

4 Gedanken zu “Rezension zu The D-Files: Die Drachen Akten hrsg. von Finn Thomas

  1. Pingback: Wenn Drachen fliegen … – Verena Jung

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