Wer ist Jessica Stephens? – Autoreninterview

Die Autorin © Jessica Stephens

5 Tage, 5 Autoreninterviews, 5 Buchvorstellungen. Der zweite Tag meiner Aktion gehört der Autorin Jessica Stephens. Bisher stammen ihre Bücher aus dem Genre Fantasy und werden vor ihr im Selfpublishing veröffentlicht.

Das erste Buch der Autorin erschien am 6. März 2017 und ist der Auftakt zu ihrer Wächter-Saga. Den ersten Band ihrer zweiten Reihe Fire & Strike veröffentlichte sie am 29. Oktober 2018. Der Titel lautet Fire – Kriegerin der Asharni, welches ich als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Ein Auszug aus meiner Rezension:
Der Einstieg ist direkt und gibt einen guten Einblick wer Fire ist und wie sie zu der heutigen Frau geworden ist. <…> Ich kam erstaunlich schnell durch das Buch und merkte kaum, wie die Kapitel verflogen.
Meine vollständige Rezension findet ihr unter diesem Link.

Schluss mit den Fakten 🙂 Ich habe der Autorin einige Fragen gestellt.

Viktoria: Hallo Jessica, es freut mich sehr, dass du Zeit für mich hast. Würdest du dich den Lesern bitte in 3 Sätzen vorstellen?

Hallo Viktoria, vielen Dank das ich dabei sein darf!
Mein Name ist Jessica, ich bin aktuell (noch) 29 Jahre jung und lebe in der osthessischen Kleinstadt Fulda. In meinem Brotjob arbeite ich als Assistenz, doch meine Leidenschaft gehört dem Schreiben von eigenen Geschichten. Dabei tauche ich gerne mit meinen Charakteren in Fantasywelten ab, oder bewege mich im E-Sport, so wie meinem neuen New Adult-Projekt was dieses Jahr erscheint.

Viktoria: Willkommen 🙂 Welche Szene war die Erste, die du für ein Buch geschrieben hast? Warst du sofort mit deinem Text zufrieden?

Über diese Frage musste ich tatsächlich etwas länger nachdenken. Es ist jetzt schon ein paar Jahre her, seit ich die Wächter-Saga geschrieben habe. Ich glaube die erste Szene, die ich damals geschrieben habe, war das erste Aufeinandertreffen von Ethan und Melodie in ihrem gemeinsamen Wohnheimzimmer. Auch damals habe ich die Szene mehrmals umgeschrieben, bis ich zufrieden war, aber wenn ich sie heute lese, kann ich nur den Kopf schütteln. Damals war ich so stolz, da ich die Szene witzig und bissig fand, aber jetzt sehe ich da noch viel mehr Potenzial, das ich hätte rausholen können.

© Jessica Stephens

So geht es mir leider oft, wenn ich, meine alten Werke anschauen, deswegen vermeide ich das gerne. Nicht weil ich mich schäme, oder weniger stolz darauf bin, denn das sind meine Bücher und ich bin auf alle davon stolz. Aber ich kann einfach nicht meine eigenen Geschichten lesen, ohne das es mich in den Fingern juckt diese zu Überarbeiten oder komplett neu schreiben zu wollen.

Es ist aber noch nicht an der Zeit dafür, ich muss noch etwas mehr Erfahrung sammeln, bevor ich mich an das Neuschreiben alter Werke mache. Daher lasse ich die Finger, soweit es geht von meinen alten Geschichten und versuche mich mit meinen neuen Werken, immer weiter zu verbessern.

Viktoria: Ich kenne die Wächter-Saga zwar noch nicht, finde dennoch, dass du sie nicht neu schreiben musst. Sie sind bestimmt trotzdem so grandios wie Fire 🙂 . Gibt es etwas, dass du heute beim Schreiben anders machen würdest als damals?

Ja, sogar sehr vieles. Wenn ich meine alten Texte heute lese, juckt es mich in den Fingern, diese komplett umzuschreiben, da mir allein schon der Aufbau und die Formulierung der Sätze, nicht mehr gefällt. Aber auch der Inhalt und die Art wie ich es erzählt habe, lassen mich dann die Augen verdrehen. Ich denke aber, das ist ganz normal. Wenn wir immer auf dem Stand bleiben würden, wo wir angefangen haben, wäre es traurig. Jeder möchte sich schließlich verbessern und die nächste Geschichte soll immer besser sein als die davor.

Wie sagt man so schön, Papier ist geduldig. Dementsprechend muss ich einfach Geduld haben und immer versuchen mich noch weiter zu verbessern und irgendwann werde ich zu meinen alten Geschichten zurückkehren und diese neu aufbauen, sodass auch diese einen ganz neuen Glanz erhalten.

Viktoria: Ich stimme dir zu. Man lernt mit jedem Werk mehr und kann das Schreiben besser umsetzen. Woher nahmst du deine Inspirationen für die Wächter-Saga und für die Fire & Strike Dilogie?

Die Ideen zu meinen Geschichten kommen glücklicherweise immer zu mir, ohne das ich viel suchen muss. Ich weiß nicht woher diese Einfälle kommen, aber ich bin froh, dass es mir bisher nicht an neuen Ideen mangelt. Vermutlich entstehen diese aber aus einer Mischung aus dem was man im Alltag so erlebt und den Büchern bzw. Filmen, die man ließt und sieht.

Viktoria: Das ist ja cool! Da können wir uns sicher sein, dass es noch viel Nachschub geben wird! Warum hast du dich für eine Kriegerin und ihren Klan bei „Fire – Kriegerin der Asharni“ entschieden?

Ich hatte die Idee zu den Kriegerstämmen bereits, als ich den zweiten Band der Wächter-Saga geschrieben habe. Damals war ich total begeistert von der Serie „Reign“ wo es um die Herrschaft von Königin Maria Stuart geht. Die Thematik des Mittelalters, der Königshäuser und der sagenumwobenen Geschichte dahinter, hat mich einfach gepackt. Leider konnte ich mir meinen größten Reisewunsch (1x Schottland zu sehen) erst nach dem Beenden meiner Fire-Bücher erfüllen. Das Land ist ein Traum und ich würde jederzeit wieder hinreisen!

© Jessica Stephens

Bei Fire wollte ich allerdings meine ganz eigene Welt erschaffen, in der es zwar auch Könige gibt, aber keine Burgen oder Schlösser. Stattdessen gibt es Kriegsstämme, so wie man sie von den Kelten kennt. Die Waffen und das Leben, ist allerdings schon sehr ähnlich zu dem uns bekannten Mittelalter.

Viktoria: Ich hoffe du kannst mal wieder nach Schottland. Deine Geschichte ist sehr gut geworden! Das Mittelalter ist wirklich eine faszinierende Epoche. 🙂 Hast du etwas, dass du bei den Kriegern der Asharni am liebsten magst?

Ich finde es schön das, das Volk der Asharni, im Gegensatz zu den anderen Völkern, sehr friedfertig ist. Sie holen sich nur das, was sie brauchen und scheuen den Streit mit anderen Stämmen, außer es ist nicht zu umgehen.
Auch finde ich die Ideale des Königs sehr gut, da er nicht auf Macht aus ist. Er würde nie von seinem Kind verlangen, das es wegen Verbündeten und Macht eine Ehe eingeht. Stattdessen sollte es, wie er, aus Liebe heiraten. Für ihn steht, die Harmonie und das Wohlergehen, seiner Familie und seines Volkes im Vordergrund. Ich finde, so sollte es überall sein.

Viktoria: Ohja, das sollte überall so sein! Da hast du wichtige Werte verarbeitet. War es für dich schwer, eine eigene Welt zu kreieren?

Oh ja, das war es. Die Welt von Fire ist glücklicherweise der unseren ja sehr ähnlich, wodurch ich nicht alles bis ins Detail durchdenken musste, aber trotzdem muss ich mir diese Welt ja auch vorstellen können. Deswegen gibt es bei Fire auch eine Landkarte, denn diese ist nicht nur für die Leser schön, sondern hilft auch mir als Autorin dabei, den Überblick über das Land zu behalten. Als ich begann die Welt zu erschaffen, entstand auch ziemlich zeitnah die Landkarte, erstmal nur als grobe Zeichnung für mich. Dort sind alle Stämme verzeichnet gewesen, sowie andere Dörfer, Wälder, Berge und Wege. Manchmal ist es schon hilfreich, wenn man mit dem Finger die Wege nachfahren kann, wo die Charaktere entlang kommen, wenn sie reisen. So ist es auch einfacher dann deren Weg und Umgebung zu beschreiben. Die Welt von Fire, erinnert an unsere Welt zu Zeiten des Mittelalters, die Kriegsstämme passen aber eher zu Wikingern oder anderen keltischen Völkern. Es ist also ein Mix aus vielen Bereichen, die sich hier vermischen und eine ganz eigene Welt schaffen.

Viktoria: Das stelle ich mir wahnsinnig schwer vor, so etwas zu entwickeln. Eine Karte freut mich immer besonders, weil ich es liebe den Weg der Protagonisten mit dem Finger zu verfolgen. Was magst du beim Ausdenken einer Welt am liebsten?

Das man komplett freie Hand hat. Es gibt in einer ganz neu erschaffenen Welt keine Regeln oder Grenzen an die man sich halten muss. Theoretisch ist alles möglich, allerdings sollte man versuchen es realistisch zu gestalten. Man könnte z.B. auch eine Welt erschaffen, in der ständig eine Naturkatastrophe auf die andere folgt. Oder eine Welt in der es fünfzig Jahre Winter und dann fünfzig Jahre Sommer gibt. Man könnte Zukunftsstädte in dieser Welt ansiedeln, oder aber einfache Dörfer mit Holzhütten gestalten, in denen es weder Strom, noch fließend Wasser gibt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Viktoria: Gerade diese Grenzenlosigkeit begeistert mich immer wieder! Da stimme ich dir vollkommen zu. Käme für dich ein Ausflug in ein anderes Genre in Frage oder möchtest du vorerst bei Fantasy bleiben?

© Jessica Stephens

Ich liebe Fantasy, das ist meine Heimat und ich fühle mich einfach sehr wohl. Dennoch hat es mich auch gereizt etwas anders auszuprobieren und so entstand die Idee zu meinem neusten Projekt #GamingLove, welches dieses Jahr erscheint. GamingLove ist keine Fantasy, sondern NewAdult. Es geht um E-Sports, aber vor allem auch um Freundschaft, Liebe und das ganz normale Leben. Für mich war diese Geschichte eine Herausforderung, da es mir besonders am Anfang schwerfiel, in diesem für mich neuen Genre zurechtzufinden.

Einen Spannungsbogen ganz, ohne Fantasyelemente aufzubauen, und diese Spannung nicht zu verlieren, ist gar nicht so einfach. Wahrscheinlich habe ich deswegen auch fast ein Jahr gebraucht um die Geschichte zu Ende zu führen. Das war bisher die längste Zeit, die ich an einem Manuskript gearbeitet habe, normalerweise brauche ich ca. 6 Monate.
Ob sich die viele Arbeit gelohnt hat und es auch den Lesern gefällt und nicht nur mir, wird sich dann im Sommer zeigen, wenn meine erste New Adult Geschichte erscheint.

Viktoria: Ich finde man soll sich die Zeit nehmen, die man braucht. Unter Druck schreiben ist nicht gut. Für deine New Adult- Geschichte wünsche ich dir das Beste! Zu welchen Zeiten und an welchen Orten schreibst du am liebsten?

Ich schreibe am liebsten zu Hause an meinem PC. Es ist einfach so, das ich meist Ruhe brauche um mich wirklich komplett auf die Geschichte konzentrieren zu können. Ich muss mich in meine Charaktere und deren Beweggründe reinversetzen und dafür brauche ich einfach Ruhe und Raum um mich in sie reindenken zu können. Aktuell schreibe ich sowieso meistens nur an meinem „freien Freitag“, denn dieser ist ja mein Autorentag. Für mich war es eine Erleichterung, als ich meine Stunden reduzieren konnte, sodass ich mir einen Tag schaffen konnte an dem ich mich ganz meinen Tätigkeiten, als Autorin widme. Dieser Tag ist mein Autorenfreitag, der für mich mein Arbeitstag als Autorin ist.
Von der Uhrzeit schreibe ich tatsächlich um die Mittagszeit am liebsten. Direkt nach dem Aufstehen brauche ich meist noch etwas um in Fahrt zu kommen, und nutze diese Zeit gerne für meine Social-Media-Seiten, meine Mails und andere Kleinigkeiten, die in der Woche angefallen sind. Gegen Mittag starte ich dann mit dem Schreiben und versuche auch immer mindestens 2, am besten sogar 4 Stunden dabei zu bleiben. Den späten Nachmittag nutze ich dann meist noch für Marketingthemen, Interviews, Rechnungen, Steuer und noch andere Themen, die so anfallen. Mein Freitag ist also immer gut gefüllt.

Viktoria: Dein Freitag ist komplett durchgeplant. Ich finde es super, dass du das alles so konsequent machst. Möchtest du den Lesern abschließend noch etwas mitteilen?

Ich finde es so traurig, dass immer weniger Leute heutzutage lesen!

Ich denke mal, dass ihr alle genauso große Leseratten seid wie ich, oder sogar noch größere (ich lese sehr langsam :-/ ). Daher möchte ich euch mit auf dem Weg geben, dass ihr euch, dass Bücher lesen erhalten solltet. Lesen ist so ein wundervolles Hobby, es lässt uns entspannen, zur Ruhe kommen und dabei ganz neue Welten entdecken.

Dabei unterscheide ich nicht zwischen einem klassischen Printbuch oder einem E-Book, denn ich finde, beides hat seinen Wert, sowie Vor- und Nachteile. Was ich meine ist das viele überhaupt nicht mehr Lesen.
Ich habe mich vor ein paar Wochen mit einer meiner jüngeren Cousinen unterhalten und diese ließt, bis auf die Pflichtlektüre aus der Schule, überhaupt nicht. So höre ich das immer öfter und das ist so schade. Am meisten motiviert mich beim Schreiben, das Feedback von euch Lesern! Dass es dort draußen Menschen gibt, die meine Bücher lesen und mit meinen Charakteren mitfiebern. Allein wegen euch bringe ich immer neue Erzählungen zu Papier und arbeite darauf hin euch meine neusten Ideen zu präsentieren.

Deswegen möchte ich euch Danken! Danke das ihr mich und alle anderen Autoren mit eurem Feedback unterstützt. Und danke dafür das ihr lest! Denn die Menschen die lesen werden immer weniger und ich hoffe, dass es nicht irgendwann soweit kommt, dass Bücher aussterben, weil es zu wenig Leser gibt. Das wäre für mich ein herber Schlag, da soviel mehr in einer Geschichte steckt, als nur ein paar Wörter auf einem Stück Papier.

Liebe Jessica, du hast mich mit diesen Worten sehr berührt! Die sprichst mir aus dem Herzen! Ich hoffe auch, dass die Menschen wieder mehr lesen. Danke für deine Antworten! Wir haben viel über dich und deine Bücher erfahren. 🙂


Alle bisherigen Veröffentlichungen von Jessica:

  • Die Wächter Saga 1: Wächter – Wahre Liebe ohne Chance?
  • Die Wächter Saga 2: Wächter – Triff deine Wahl!
  • Die Wächter Saga 3: Wächter – Die letzte Entscheidung
  • Fire & Strike 1: Fire – Kriegerin der Asharni
  • Fire & Strike 2: Fire – Prinzessin der Shetoken

Ein Gedanke zu “Wer ist Jessica Stephens? – Autoreninterview

  1. Pingback: Buchvorstellung Fire – Kriegerin der Asharni (Fantasy) von Jessica Stephens | The Librarian and her Books

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