Rezension zu Die Reise der Mithras von Yann Pfandler

© Cover: Yann Pfandler, Foto: Viktoria M. Keller

Nach dem Beenden dieses Kurzromans weiß ich nicht wirklich, was ich davon halten soll. Mir fehlt ein roter Faden, der mir klar sagt, was hier geschieht. Wie mir die Geschichte gefiel erfahrt ihr unten im Text.

Fakten zum Buch:
Titel: Die Reise der Mithras
Autor: Yann Pfandler
Verlag: Twentysix, Der Self-Publishing-Verlag
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2019
Seitenanzahl: 88 Seiten
ISBN: 978-3740731076

Inhaltsangabe laut Amazon:
Gegen ihn hat sich einfach alles verschworen. Sogar seine einstigen Auftraggeber wollen ihn tot sehen. Aber Großadmiral Darius Paarsa wird an dieser unfreiwilligen Mission seines Lebens festhalten – bis zum bitteren Schluss.
Gemeinsam mit der MITHRAS, einem längst schrottreifen U-Boot aus dem späten 22. Jahrhundert, das ihm einst zu seinem fünften Geburtstag auf der Flucht gratulierte und seitdem einen großen Riss im Bildschirm hat, durchstreift er lichtlose Tiefen und klammert sich an einen Plan, der so verzweifelt ist, dass er sogar funktionieren könnte…

(Quelle: amazon.de, Datum: 27. Oktober 2019)

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover ist viel zu eintönig und für mich langweilig. Ohne den Autor wäre ich wohl nie auf den Kurzroman aufmerksam geworden. Ich kann mir vorstellen, warum kein Motiv gewählt wurde, trotzdem wäre etwas anderes passender.

Meine Meinung zum Inhalt:

Bei diesem Kurzroman haben mich schon die ersten Seiten der Geschichte verwirrt. Ich wusste nicht wo ich mich wann befand, denn alles war konfus. So wie es aussah, wusste der Protagonist selbst nicht wer er ist. Vielmehr zerfloss dieser in Selbstmitleid.

Das Büchlein ist das Debüt des Autors. Büchlein deswegen, weil es nur 88 Seiten hat. Sein Stil ist extrem ausschweifend und philosophisch. Trotzdem schreibt der Autor sehr wortgewandt. An und für sich liest sich das gut, aber bringt auch Probleme. Mir fehlten Beschreibungen des Schiffes, so konnte ich es mir nur schwer vorstellen. Der Protagonist ist mit seinen Gedanken andauernd abgeschweift. Ich wusste nie wirklich, ob er nun in Erinnerungen festhängt oder was wirklich passierte. Irgendwann nervte mich das, weil ich den roten Faden nicht fand. Ständig fragte ich mich, was das Ganze eigentlich soll. Ich kapierte dadurch erst spät, dass der Protagonist sich unter Wasser befand.

Erst ab Seite 60 wurde es besser. Die Elemente aus dem Klappentext traten in den Vordergrund und ich konnte dem Geschehen folgen. In den letzten 15 Seiten kam die lang ersehnte Spannung, die ich vorher nicht finden konnte. Enttäuscht hat mich, dass ich bis zum Ende nicht erfuhr, was diese Fracht nun ist und warum der Admiral gejagt wurde. Ich habe lediglich Vermutungen und Verwirrung erhalten. Die KI ist ungewöhnlich und für mich im Verhalten seltsam und nicht nachvollziehbar. Die Dialoge waren frustrierend, weil kaum etwas dabei herauskam.

Am Ende hatte ich auch das Gefühl, dass ein Stück der Geschichte fehlt. Sie endete so abrupt, dass es wie ein Cut aussah. Als Cliffhanger kann ich das nicht wirklich bezeichnen, weil es einfach mittendrin endete.

Mein Fazit:

Ich habe wirklich lange überlegt, wie ich den Kurzroman bewerten soll. Einen Stern vergebe ich für den wortgewandten Stil, einen weiteren für die solide Grundidee, deren Umsetzung aber noch stark ausbaubar ist und einen letzten Stern vergebe ich für das Ende, dass endlich ein bisschen Spannung entstehen ließ. Leider war ich enttäuscht, weil mir ein roter Faden fehlte, die Gedankengänge zu ausschweifend sind und die Geschichte vor sich hin dümpelte. Außerdem störten mich die Orientierungslosigkeit aufgrund der mangelnden Beschreibung der Umgebung und noch ein paar kleinere Dinge.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!
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Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

2 Gedanken zu “Rezension zu Die Reise der Mithras von Yann Pfandler

  1. Liebe Viktoria,

    ich bedanke mich für deine Rezension und natürlich dafür, dass du das Buch gelesen hast. Zwar weiß ich einerseits nicht genau, wie diese Probleme entstehen – eigentlich sollte man ab dem ersten Satz wissen, dass man unter Wasser ist, eigentlich sollte exakt klar werden, was es mit der Fracht auf sich hat und warum sich wer auf der Jagd nach ihr befindet – aber du bist nicht allein damit, dass alle diese Informationen „untergehen“ und so schade und mysteriös dieses Phänomen ist, so ist es auch sehr wichtig, dass man als Leser gewarnt wird: Diese Geschichte funktioniert für manche Leute einfach nicht, bricht in sich zusammen, überfordert, wichtige Informationen gehen verloren, die für andere sichtbar sind.

    Ich wünschte, ich wüsste, warum das so ist.

    Ich nehme dieses Problem sehr ernst und gebe alles, damit das nächste Buch keine solchen Probleme mehr macht und sich alle wichtigen Informationen jedem erschließen. Ich danke dir schlussendlich auch für das sehr großzügige Urteil von drei Sternen, gemessen daran, wie unbefriedigend dein Leseerlebnis war.

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Yann,

      danke für deine ausführliche Antwort. Ich werde dir am Wochenende die Punkte noch genauer heraus schreiben, die mein Leseerlebnis trübten. In der Rezension ging das nicht, weil ich sonst gespoilert hätte. Meine Rezensionen sind grundsätzlich spoilerfrei.
      Danke, dass du mir ein Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt hast.

      Liebe Grüße
      Viktoria

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