Rezension zu [Hörbuch] Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King

© Cover: Random House Audio, Foto: Viktoria M. Keller

Ich ging mit hohen Erwartungen an dieses Hörbuch heran. Sie konnten leider nicht erreicht werden. Was mir nicht gefallen hat, erfahrt ihr wie immer unten im Text.

Fakten zum Hörbuch:
Titel: Friedhof der Kuscheltiere
Autor: Stephen King
Sprecher: David Nathan
Erscheinungsdatum: 11. März 2019
Verlag: Random House Audio
Version: Ungekürzte Lesung
Laufzeit: 16 Stunden 52 Minuten (2 mp3-CDs)
ISBN: 978-3837145670

Inhaltsangabe laut Verlag:
Als die junge Familie Creed ihr neues Zuhause erblickt, ist sie entzückt: Das weiße Haus ist von einem großen Garten umgeben, hinter dem sich unendlich weite Wälder erstrecken, alles ist wunderschön und idyllisch. Eines Tages wird jedoch der Kater der Creeds von einem Tanklaster überfahren und Louis Creed begräbt ihn auf einem Tierfriedhof im Wald. Und tatsächlich scheint zu stimmen, was man sich Unheimliches von dem alten Friedhof erzählt, denn schon bald kehrt der Kater zurück – etwas aggressiver, doch offensichtlich sehr lebendig. Über welche Kräfte verfügt der alte Friedhof? Und wird eine derartig wunderbare Erweckung auch bei einem Menschen möglich sein?

(Quelle: amazon.de, Datum: 28. Juni 2019)

Meine Meinung zum Cover:

Das Cover ist sehr gruselig gestaltet und trug auch wesentlich dazu bei, dass ich auf das Hörbuch aufmerksam wurde. Doch leider hat es auch meine Erwartungen in die falsche Richtung gelenkt. Trotzdem finde ich die gewählten Motive gut in Szene gesetzt.

Meine Meinung zur Geschichte:

Ich wurde auf dieses Buch durch die erneute Kinoverfilmung aufmerksam. Der Hype darum machte mich neugierig. Doch leider sorgte der Hype für falsche Erwartungen. Zusätzlich litt die Spannung unter dem ausschweifenden Schreibstil des Autors. Ohne Zweifel ist der Stil des Autors sehr wortgewandt. Allerdings hat er seinen Protagonisten Louis Creed sehr viel nachdenken lassen. Zeitweise war das Ganze sehr philosophisch. Gedanken über Leben und Tod spielen eine große Rolle. So manche Szene wurde dadurch massiv in die Länge gezogen.

© Cover: Random House Audio, Foto: Viktoria M. Keller

Das Hörbuch hat eine Laufzeit von rund 17 Stunden. Über viele Stunden war das Hörbuch für mich eher fad. Bis ins kleinste Detail beschrieb der Autor das Familienleben der Creeds. Die Eingewöhnung im neuen Haus, Louis‘ Arbeit, die Kinder, seine Frau, seine Nachbarn – nichts hat der Autor ausgelassen. Natürlich erfuhr ich auch, was es mit dem ominösen „Haustierfriedhof“ im Wäldchen neben dem Haus der Creeds auf sich hatte. Dort herrschte tatsächlich eine leicht unheimliche Atmosphäre. Der Weg zum Wirkungsort und die Wiedererweckung des Katers waren gut beschrieben. Es herrschte eine gute Stimmung, obwohl es mich nicht gegruselt hat.

Zeitweise hat mir der Autor auch zu viel über die kommende Handlung verraten. So wusste ich bei einigen Dingen, dass sie geschehen werden. Als sie eintrafen war es dann nicht mehr wirklich spannend. Am meisten bewegt hat mich der Tod einer gewissen Person. In diesem Abschnitt lag so viel traurige Stimmung, dass mir beim Hören immer wieder die Tränen in die Augen gestiegen sind. Ich musste mich extrem zusammennehmen, dass ich nicht zu heulen beginne.

Das Hörbuch ist in drei Teile unterteilt. Teil 1 war für mich sehr langatmig, Teil 2 war wesentlich besser, Teil 3 war dann richtig gut. Hätte ich vor dem Hören gewusst, dass es sich hier um subtilen Horror handelt, wären meine Erwartungen ganz anders gewesen. Doch so wurde ich enttäuscht, weil zu wenig Spannung, Grusel und Thrill vorhanden waren. Für mich muss es in einem Horror-Roman nicht blutig sein. Doch hätte ich mir einfach viel mehr Spannung erwartet.

Die Grundidee fand ich gut. Das „Was wäre, wenn“-Szenario brachte Erschreckendes zu Tage. Da das Ende dann doch besser war als erwartet, kann ich dem Hörbuch auch einen Stern mehr geben. Das Hörbuch war gut, hat mich aber nicht mitreißen können. Der Roman erschien ursprünglich in den 80er Jahren, damals hatte man andere Vorstellungen von Horror. Vielleicht bin ich mittlerweile auch zu sehr von Thriller abgestumpft. Gruselt habe ich mich kein einziges Mal …

Meine Meinung zum Sprecher:

Ich kenne David Nathan überwiegend als Synchronsprecher von Johnny Depp. In den Filmen mag ich die Stimme total gerne und als ich erfuhr, dass er das Hörbuch liest, war ich sehr neugierig. David Nathan hat mit seiner Art zu lesen eine gute Stimmung eingebracht. Ohne ihn wäre das Hörbuch noch träger gewesen. Am meisten mochte ich es, wenn er Jud sprach. Er liest anders, als mein Lieblingssprecher, doch war er auf seine Weise genauso gut. Ich werde auf jeden Fall noch andere Hörbücher von ihm gesprochen anhören.

Mein Fazit:

Diesem Roman von Stephen King liegt eine gute und unheimliche Idee zu Grunde. Doch sollte jedem Hörer klar sein, dass es sich hier um subtilen Horror handelt. Mir war die erste Hälfte des Hörbuches viel zu langatmig. Der Autor hat zwar einen sehr wortgewandten Schreibstil, schweift aber oft sehr aus. Der Hauptprotagonist Louis Creed denkt ständig umfangreich über alles nach, sodass sich die Handlung sehr zieht. Gruselt habe ich mich eigentlich nie, manchmal war das Geschehen ein wenig unheimlich. Die Spannung litt für mich leider erheblich. Überraschend kämpfte ich eine Zeit lang mit den Tränen. Das Ende war wesentlich besser als erwartet und ich konnte sogar ein klein wenig mitfiebern. Trotzdem bin ich enttäuscht. Dem Sprecher ist es zu verdanken, dass mich im Mittelteil die Emotionen ergriffen und das Hörbuch besser wurde.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen!
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Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

© Cover: Random House Audio, Foto: Viktoria M. Keller

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