Rezension zu Hades‘ Hangmen Band 1: Styx von Tillie Cole

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© LYX

Mein Herz schmerzte so sehr. Styx hatte jahrelang nach mir gesucht? Er war getrieben gewesen von dem Wunsch, mich wiederzusehen, zurückzukommen zu dem gebrochenen kleinen Mädchen, dem er nur kurz an einem Sommerabend begegnet war? – Zitat aus dem Buch

Fakten zum Buch:
Titel: Hades‘ Hangmen – Styx
Autor/in: Tillie Cole
Verlag: LYX.digital
Erscheinungsdatum: 7. Juni 2018
Seitenanzahl: 375 Seiten

Inhaltsangabe laut Verlag:
Eine leblose junge Frau vor dem Hauptquartier seines MCs zu finden hat River „Styx“ Nash gerade noch gefehlt. Seit er mit nur 26 Jahren völlig überraschend zum Anführer der Hades‘ Hangmen wurde, hat er genug damit zu tun, seine Position vor seinen Brüdern zu behaupten und seinen Feinden die Stirn zu bieten. Von Geburt an ohne Stimme kein leichtes Unterfangen. Gewalt und Unnahbarkeit sind Styx‘ Sprache. Seit er denken kann, lässt er niemanden wirklich an sich heran. Doch als die schöne Mae plötzlich die Augen aufschlägt, weiß er augenblicklich, dass er diesen Blick schon einmal gesehen hat. Dass er ihr schon einmal begegnet ist. Dass sie eine der wenigen Menschen ist, mit denen er sprechen kann – und dass er sie nie wieder gehen lassen wird!

Meine Meinung zum Cover:

Obwohl sich auf dem Cover die nackte Hinterseite eines Mannes befindet, ist es schlicht gestaltet. Heraus sticht die Tätowierung der Hangmens. Ich finde die Schlichtheit absolut passend, da der Inhalt nicht ohne ist.

Meine Zusammenfassung des Inhaltes:

River alias Styx ist der Anführer eines berüchtigten Motorbikerclubs, sein einziges Manko: er ist sein Leben lang stumm, er spricht kein Wort. Gewalt, Sex, Alkohol und der Club prägen sein Leben, niemand wagt es ihm zu widersprechen. Plötzlich liegt eine bewusstlose und schwer verletzte Frau vor den Türen des Hauptquartiers. Schlagartig wird er in seine Vergangenheit zurückversetzt. Er hat die Frau schon einmal gesehen, sie ist eine der wenigen Ausnahmen, die seine Stimme gehört haben. Zuerst kann er sich nicht auf sie konzentrieren, denn der Club braucht ihn und als Präsident hat er seine Pflichten. Die schreckliche Vergangenheit der Frau Mae überschattet die Atmosphäre zwischen den Beiden und doch scheinen sie sich irgendwie anzunähern. Brutale Angriffe auf den Club sorgen für mächtigen Wirbel und Gewalt. Die junge Frau muss sich in der neuen Welt zurechtfinden und sich gleichzeitig über ihre Gefühle klar werden. Wenn da nicht ihre Vergangenheit und das drohende Unheil wäre.

Meine Meinung zum Inhalt, ACHTUNG ab hier kommen Spoiler vor:

Das Buch beginnt meinem Prolog, der schon zu Beginn eine unglaubliche Intensität hatte. Die Geschichte zog mich sofort in ihren Bann und ließ gespannt aufhorchen. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd und bewegend. Schnell kommt Spannung auf und ich erlebte ein Kaleidoskop an Gefühlen. Die Geschichte wird abwechselt aus der Sicht von Rider/Styx und Mae erzählt.

Vor der Geschichte befindet sich eine Anmerkung der Autorin. In dieser geht sie darauf ein, wie ihr Buch durch ihr Studium der Religionswissenschaften und die Bachelorarbeit das Buch beeinflusste. Sie beschäftigte sich stark mit religiösen Bewegungen, Kulten und Sekten. Sie warnt vor, dass sie einiges davon in die Geschichte mit hinein genommen hat, auch Berichte von ehemaligen Mitgliedern. Mir fehlte eine Warnung, dass in diesem Buch auch Pädophilie und der Missbrauch von Kindern verarbeitet wurde, denn nicht jeder kommt mit so etwas klar. Danach ist ein Glossar mit den typischen Begriffen aus der Geschichte zu finden, dieses empfand ich als besonders praktisch. So wusste man ihm vorhinein um was es sich handelt und die Autorin konnte sich die langen Beschreibungen im Text sparen.

Die Geschichte selbst war für atemberaubend. Die Autorin ist mit dem schwierigen Thema wirklich gut umgangen und hat es mit viel Fingerspitzengefühl behandelt. Der jahrelange Missbrauch hinterließ seine Spuren bei Mae, manchmal treten sie stark zu Tage, manchmal fehlen sie. Ich fand es komisch, dass sie keine Albträume hatte. Schade war auch, dass ich als Leser nicht miterlebte, wie sie die erste Zeit bei den Hangmens klarkommt. Hier machte die Autorin einen Zeitsprung, somit fehlt mir ein Teil der Entwicklung. In alltäglichen Situationen und in der „Beziehung“ zu Styx hat die Autorin das Thema gut integriert. Ich konnte Maes Gefühlschaos spüren und litt mit ihr, ihre wenigen Flashbacks hatten es in sich. Merkwürdig fand ich allerdings z.B. ihre Reaktion als Styx mit fremdem Blut überströmt vor ihr steht. Die Autorin überging dies, als wäre da nichts. Es gab Momente, die richtig süß waren (z.B. wie ihr klar wird, was ein Motorrad ist), aber auch Momente in denen ich mir dachte „woher kennt sie die Begriffe) z.B. Waschbrettbauch.

Auch die kaputte Seite von Styx stand in starkem Kontrast zur Geschichte. Sein Charakter kam glaubhaft herüber. Sein Handeln ist impulsiv und besitzergreifend, dann wieder kühl und berechnend. Für mich ist er der geborene Anführer der Hangmens. Die Gefühle zwischen den Beiden waren schnell sehr intensiv, die Sehnsucht war ständig zu spüren.

Die Handlung selbst entwickelt sich stetig fort. Ich habe mich nie gelangweilt und konnte immer wieder mitfiebern. Besonders als Styx verschwand oder als das Ende des Buches immer näher rückte. Meine Nerven waren bis zum Äußersten gespannt. Bezüglich der „Ratte“ hatte ich im Laufe der Geschichte so meine Vermutungen und stellte am Ende mit Bedauern fest, dass sich diese bestätigte. Man sollte auch bedenken, dass in diesem Buch explizite Gewaltdarstellungen enthalten sind!

Bei den letzten 20 Prozent konnte ich meinen Kindle nicht mehr zur Seite legen und las die Geschichte in einem Rutsch durch. Meine Befürchtung trat ein und ich bangte noch mehr über den Ausgang der Geschichte. Gut, dass ich allein zu Hause gelesen habe. So hat niemand etwas von meiner Reaktion erfahren. Um diese Rezension verfassen zu können, musste ich mich erstmal wieder sammeln, weil ich sehr aufgewühlt war. Die Ereignisse passieren im letzten Drittel Schlag auf Schlag. Es wird intensiv und ein paar Puzzleteile fallen an ihren Platz.

Nach dem Ende des Buches freue ich mich nun auf die Fortsetzungen. Ich lese extrem selten Bücher aus diesem Genre. Allerdings mache ich für diese Reihe bzw. Autorin gerne eine Ausnahme, denn sie hat außerordentliches Potenzial.

Mein Fazit:

Die Autorin Tillie Cole hat einen fesselnden und bewegenden Schreibstil. Sie konnte mich sofort in den Bann ziehen und mich tief in die Geschichte hineinziehen. In diesem Buch wurde von ihr ein sehr schwieriges Thema mit viel Fingerspitzelgefühl verarbeitet (Sekten, Verehrungskult, Missbrauch etc.). Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass es in diesem Buche explizite Gewaltdarstellungen gibt. Die Geschichte entwickelt sich stetig weiter und wird immer intensiver. Die letzten paar Kapitel hatten es besonders in sich, die letzten 20 Prozent habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Ich fieberte mit, litt, bangte und hoffe gleichzeitig. Die Gefühle, die sich während dem Verlauf der Geschichte aufbauen, explodieren in einem atemberaubenden Showdown.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!

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Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!