Rezension zu When Oceans fade away (Anthologie) vom Tagträumer Verlag

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© Viktoria M. Keller

»Leben ist das, was die Zeilen zwischen den Buchstaben deines schlauen Buches ausfüllt.« – Zitat aus der Kurgeschichte „Die Narben des Meeres“ von Nancy Pfeil

In dieser Anthologie sind zehn Kurzgeschichten von zehn Autoren enthalten.

Fakten zum Buch:
Titel: When Oceans fade away
Autor/innen: Aurelia L. Night, Nancy Pfeil, Veronika Rothe, Veronika Serwotka, Teja Ciolczyk, Katrin Gindele, Tatjana Zanot, Nine Willsch, Isabelle Wallat, K.K. Summers
Verlag: Tagträumer Verlag
Erscheinungsjahr: 2017
Seitenanzahl: 369 Seiten
Erhältliche Formate: Taschenbuch (nur direkt beim Verlag), Ebook

Inhaltsangabe laut Verlag:
***Wenn das Rauschen des Meeres die Zeilen von Geschichten mit Leben erfüllt***

Verfluchte Schiffe, starrsinnige Freibeuter und Magie – Zehn Geschichten erzählen vom Verblassen der Ozeane und von Sonnenuntergängen, die blutrot die Wasseroberfläche durchbrechen. Von jener unergründlichen Sehnsucht, die Menschen innewohnt, wann immer sie das Meer betrachten.

Zum Cover:
Das Cover gibt den Inhalt und den Titel absolut stimmig wieder. Man kann verträumt daran denken, welche Dinge und Mythen wohl in den Geschichten vereint sind. Die Stimmung passt zum Meer, die Farben unterstreichen das Ganze.

Zum Inhalt:
Allgemein zur Anthologie:
Für diese Anthologie wurden wirklich wundervolle und schön geschriebene Kurzgeschichten ausgesucht. Einige Enden mit einem Happy End, bei Anderen ist das Ende offen. Durch diese Kurzgeschichten konnte ich mir einen guten Eindruck über den Schreibstil der Autoren, die ich noch nicht kannte, verschaffen.

Tränen der Kalypso von Aurelia L. Night:
Schon die erste Kurzgeschichte hat mich vollkommen verzaubert. Die Autorin hat hier eine wunderschöne und romantische Geschichte mit einem Schauermärchen vereint und eine spannende, neue Geschichte geschaffen. Es steckt sehr viel Gefühl darin, ich fieberte schnell mit und hoffte für die Hauptfiguren. Das Ende ließ mich allerdings fassungslos zurück. Das erinnerte mich daran, warum ich Kurzgeschichten nicht oft lese: Offene Enden, bei denen man nie erfährt, wie die Geschichte endet…

Die Narben des Meeres von Nancy Pfeil:
Auch diese Kurzgeschichte hat mir sehr gut gefallen, obwohl sie vielleicht einen tick zu lange war. Im Mittelteil stockte die Geschichte ein wenig. Ansonsten sind auch in dieser Geschichte sehr viele Emotionen enthalten. Der Kern der Geschichte ist atemberaubend schön. Mein Herz litt mit Nell mit und ich war ziemlich fasziniert von dem Setting. Das Ende dieser Kurzgeschichte wurde aufgelöst, doch weiß ich nicht, was ich davon erhalten soll. Einerseits ist es schön, anderseits war ich unglaublich traurig.

1001 Wunsch von Veronika Rothe:
Bei dieser Kurzgeschichte war ich doch überrascht, der Erzählstil ist komplett anders wie bei den ersten beiden Kurzgeschichten. Dennoch hatte ich großen Spaß beim Lesen, da die Protagonisten frech und schlagfertig ist. Sie nimmt ihr Schicksal nicht zu drastisch und versucht das Beste daraus zu machen. Am Ende gab es sogar eine unerwartete Wendung mit Liebe und einer großen Überraschung.

Der falsche Prinz von Veronika Serwotka:
Auch diese Geschichte war anders, aber trotzdem gut. Veronika hat hier eine eindrucksstarke Unterwasserwelt beschrieben. Sie hat ein neues Setting geschaffen, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Die Hintergrundidee ist wirklich gut. Auch sie hat Überraschungen eingebaut und gut in die Geschichte integriert. Schade, dass auch hier das Ende offen ist. Ich hätte so gern erfahren, wie das Ganze ausgeht.

Das Versprechen der tiefen See von Teja Ciolczyk:
Diesmal bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits gefiel mir die Kurzgeschichte, andererseits störte mich der Wechsel der Erzählform zwischen ICH und Erzähler. Dieser folgte keinem Muster und passierte willkürlich. Ansonsten war die Idee zur Geschichte sehr schön und emotional. Das Ende war überaus romantisch und gefiel mir am besten von der ganzen Geschichte.

So finster das Meer von Katrin Gindele:
Eine Geschichte, die mich leider nicht überzeugen konnte. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen, die Welt von Ailis wurde gut beschrieben. Dennoch fehlte mir etwas und die Gefühle waren zu „konstruiert“. Sie kamen zu abrupt auf. Ich finde ein paar Seiten mehr, wären hier hilfreich gewesen. Ansonsten war sie Geschichte sehr schön.

Das Gesetz des Meeres von Tatjana Zanot:
Anfangs wusste ich nicht, was ich von der Geschichte halten sollte, sie begann wie ein Märchen. Doch je weiter ich las, umso mehr verliebte ich mich in sie. Die Liebe zwischen Testa und Refiniel war zum Greifen nah. Während dem Lesen der letzten paar Seiten wurde ich richtig traurig. Schade, dass es nur eine Kurzgeschichte ist. Ich möchte mehr aus dieser Welt lesen.

Der Wunsch der Sirene von Nine Willsch:
Wieder eine Geschichte, die mein Herz berührt hat, obwohl sie viel kürzer war als alle Anderen. Erst war ich verwirrt, da das Setting komplett anders ist wie bei den anderen Geschichten. Doch dann musste ich lächeln, die Geschichte wird mit unglaublich viel Liebe und Kraft erzählt. Gegen Ende hin lief mir ein Schauer über den Rücken! Eine wirklich schöne Geschichte, die mein Herz trotz der anfänglichen Düsternis erobert hat.

Tochter der Meere von Isabelle Wallat:
Eine weitere Geschichte mit viel Liebe! Auch diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Schon nach wenigen Sätzen begann ich mit zu fiebern. Der Kampfgeist von Neila ist stark und verleiht ihrer Persönlichkeit etwas Besonderes. Sie konnte mich sofort überzeugen. Die Geschichte selbst ist spannend geschrieben. Erst dachte ich, es gibt kein Happy End, aber dann kam es anders und ich lächelte.

Stella Maris – Die Rache der Sirenen von K. K. Summer:
Die letzte Kurzgeschichte liegt hinter mir. Auch diese Geschichte lässt mich zwiegespalten zurück. Einerseits mochte ich sie, andererseits fand ich sie etwas langweilig. Schon zu Anfang war mir nach dem Prolog klar, wie sie enden wird. Die Grundidee selbst gefiel mir gut, leider fehlte das gewisse Etwas, das mich gefesselt hätte.

Mein Fazit:
In dieser Anthologie sind wirklich tolle und romantische Kurzgeschichten enthalten. Einige haben sofort man Herz erobert, andere konnten mich leider nicht komplett überzeugen. Manchmal gibt es ähnliche Settings, manchmal unterscheiden sie sich komplett. Es gab Momente zum Mitfiebern, aber auch Momente in denen ich mit den Figuren litt. Manche Enden der Geschichten haben ein Happy End, bei Anderen ist das Ende offen oder es endet mittendrin.

Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen.
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Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!