Rezension zu Fynn Phönix und die Legende der heiligen Erzengel (Band 1) von Tim Gebert

„Fynn hörte in seiner vermutlich dunkelsten Stunde ein Herzklopfen. Es entstammte allerdings nicht seinem eigenen Herzen. Doch, bedeutete es Hoffnung? Rettung?“ – Zitat aus dem Buch

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© SadWolf Verlag

ACHTUNG! In dieser Rezension sind leichte inhaltliche Spoiler enthalten!

Es handelt sich hier um den ersten Band der Reihe „Fynn Phönix“ von Tim Gebert.

Fakten zum Buch:
Titel: Fynn Phönix und die Legende der heiligen Erzengel
Autor/in: Tim Gebert
Verlag: SadWolf Verlag
Erscheinungsdatum: 21.04.2017
Seitenanzahl: 488 Seiten
ISBN (Print): 978-3-946446-32-3
Erhältliche Formate: Klappenbroschur, Ebook

Inhaltsangabe laut Amazon:
Als Wächter der Elemente herrschten einst vier heilige Erzengel über die Welt von Fermania und bewahrten dort Frieden und Verständnis. Bis zu jenem Tag, an dem aus dem Nichts acht Teufelsmonster auftauchten und die Zauberwelt in Schutt und Asche legten. Die Engel hatten nicht die Macht, diese Ungetüme zu vernichten und verbannten jedes von ihnen in unschuldige Menschenbabys. Heute, 15 Jahre später, tritt eine dunkle, geheimnisvolle Organisation auf den Plan, die danach strebt, jene gewaltigen Kräfte, verborgen in den Kindern, für ihre grausamen Machenschaften zu missbrauchen. Deshalb sollen die jungen Menschen lernen, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren. So auch Fynn Phönix, der eigens dazu aus seiner ganz normalen Welt an die Zauberuniversität Fermanias gebracht wird. Damit beginnt Fynns fantastische und sehr gefährliche Reise im Angesicht einer unheilvollen Bedrohung – denn der große Kampf wird schon bald entbrennen.

Zum Cover / die Innengestaltung:
Die Motive und die Farben wurden sehr gut aufeinander abgestimmt. Die Farben sind etwas blass und doch passen sie zum Inhalt. Alles in allem ist es ein sehr gelungenes Cover. Während dem Lesen habe ich gerätselt, wer die Frau sein könnte. Leider habe ich es nicht herausgefunden. Im Inneren der Print-Ausgabe befinden sich allerlei Verzierungen, die das Buch optisch stark aufwerten.

Zum Inhalt:
Fynn Phönix lebt zusammen mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung. Alles scheint normal zu sein. Bis zu jenem Tag, an dem er einen Schatten sieht, der sich bewegt und die Form verändern kann. Ab diesem Zeitpunkt verändert sich sein Leben grundlegend. Er wird in eine völlig andere Welt gebracht und muss dort eine Zauberuniversität besuchen. Dort lernt er seine magischen Fähigkeiten zu kontrollieren. Allerdings hat er nicht lange Zeit dazu. Die Gefahr kommt immer näher und die anderen Teufelskinder müssen gefunden werden. Es entbrennen gefährliche Kämpfe, bei denen es um Leben und Tod geht. Außerdem findet Fynn heraus, was er wirklich ist und erfährt die Wahrheit über seine Herkunft. Unerwartet tritt eine weitere Partei den Kämpfen bei, niemand ahnt wer dahintersteckt und was diese damit erreichen will.

Die Geschichte beginnt sehr emotional, man ist sofort mitten im Geschehen und erlebt mit Fynn wie er das erste Mal auf Magie trifft. Sie nimmt an dieser Stelle sehr viel Fahrt auf und ich begann mit zu fiebern. Dann gehen wir mit Fynn auf die Reise nach Fermanias. Das Ganze ist wirklich gut geschrieben und ich musste einige Male schmunzeln. Die Zauberuniversität selbst fand ich ganz interessant.

Nachdem Fynn ankommen ist und sein Zimmer zugeteilt bekommt, nimmt die Spannung rapide ab. Die nachfolgenden Kapitel waren für mich eher langweilig bzw. langatmig. An dieser Stelle kam ich mit der Erzählweise des Autors einfach nicht mehr klar. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich begann, quer zu lesen. Auch die Gespräche zwischen den Personen hätte man etwas kürzen können, mir haben sie zu viel, ausschweifend und immer wieder in der falschen Situation geredet. Durch den Klappentext hatte ich erwartet, dass der Fokus auf dem Wiederfinden der Teufelskinder und der Bekämpfung des Bösen liegt. Leider geht in es einem großen Teil der Geschichte um die Ausbildung der Teufelskinder (zu detailreich beschrieben).

Die Idee und die Welt der Geschichte fand ich hingegen hervorragend. Der Autor hat einige bekannte Aspekte mit Neuen vereint. Dadurch erschuf er eine fantastische Welt voller Magie und neuer Wesen.

In der Geschichte gibt es einige Kampfszenen, diese wurden vom Autor sehr eindrucksvoll beschrieben und inszeniert. Während dieser Szenen konnte ich gut mitfiebern, obwohl mich die langen Unterhaltungen manchmal etwas genervt haben.

Im letzten Drittel des Buches nahm die Spannung zu meiner Erleichterung wieder zu und ich hatte wieder Spaß daran, die Geschichte zu lesen. Gerade der Schluss beinhaltet ein sehr emotionales Kapitel, welches für den nächsten Band eine große Tragweite hat.

Während ich das Buch gelesen habe, erfuhr ich extrem viel über Fermania und über die Vergangenheit des Landes. Ich fand das sehr interessant, obwohl manches des Öfteren wiederholt wurde.

Es wäre sehr viel Potenzial in der Geschichte vorhanden, leider wurde es (noch) nicht vollkommen ausgeschöpft. Ich hoffe sehr, dass dies in der Fortsetzung geschieht, da mir die Grundidee wahnsinnig gut gefällt und ich wissen möchte, wie es weitergeht. Man könnte die Geschichte von Teil 1 auch ein wenig straffen. Einige Logikfehler unterbrachen meinen Lesefluss ebenso.

Mein Fazit:
Die Geschichte spielt in einer fantastischen Welt mit eindrucksstarker Magie. Leider gab es im Mittelteil des Buches viele langatmige bzw. unnötige Szenen. Das vorhandene Potenzial wurde leider nicht komplett ausgeschöpft.

Ich vergebe 3 von 5 möglichen Sternen.
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Im Rahmen der Aktion »SADtember« des SadWolf Verlages habe ich den Autor und das Buch vorgestellt.